Eine Biene hält Ausschau und fliegt über einer Blüte des Löwenzahn, Taraxacum sect. Ruderalia, am 24.04.2023 auf dem Gelände des als Prinzessinnenschlösschen bekannten Griesbachschen Gartenhaus, Imre Kertész Kolleg Jena der Friedrich Schiller Universität, der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Jena. Im Hintergrund ist das Gebäude des Jentowers zu sehen.

Nachhaltiger Campus

Jenaer Hochschulen als Labore für Nachhaltigkeit: Projekt "Open Sustainable Campus Lab"
Eine Biene hält Ausschau und fliegt über einer Blüte des Löwenzahn, Taraxacum sect. Ruderalia, am 24.04.2023 auf dem Gelände des als Prinzessinnenschlösschen bekannten Griesbachschen Gartenhaus, Imre Kertész Kolleg Jena der Friedrich Schiller Universität, der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Jena. Im Hintergrund ist das Gebäude des Jentowers zu sehen.
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)

Zweites Sustainable Campus Café am 29.05.24 zu Nachhaltigkeit und Gesundheit

Gesundheit von Mensch und Natur
Gesundheit von Mensch und Natur
Grafik: VectorMine (Adobe Stock #581664612)

 

Gemeinsames "Sustainable Campus Café" von Friedrich-Schiller-Universität Jena, Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Universitätsklinikum Jena


Schwerpunktthema: Nachhaltigkeit & Gesundheit

Wann? Mittwoch, 29. Mai 2024, 18:00 bis ca. 20 Uhr

Wo? Bachstraße 18, 07743 Jena, Gebäude 1 ("Alte Chirurgie"), Hörsaal, 2. OG, barrierefrei erreichbar, jedoch keine barrierefreien Toiletten

Anmeldung: Sie erleichtern uns die Organisation, wenn Sie sich hierExterner Link anmelden. Kommen Sie aber auch gern spontan vorbei, diskutieren Sie mit und lassen Sie uns gemeinsam Ideen für Verbesserungen vor Ort entwickeln.

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Nachhaltigkeit und Gesundheit sind in vielfacher Weise aufeinander bezogen: Einerseits sind Gesundheit und Wohlergehen ein eigenes Ziel nachhaltiger Entwicklung (SDG 3) und es steigt das Bewusstsein dafür, dass nicht-nachhaltige Entwicklungsmuster auch fatale gesundheitliche Folgen haben. Andererseits haben die Einrichtungen des Gesundheitssektors auch selbst einen ökologischen, ökonomischen und sozialen "Fußabdruck" und sind große Player des Nachhaltigkeitsfelds.

Dieser doppelte Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Gesundheit wird in jüngerer Zeit von einer Vielzahl an Initiativen zum Gegenstand gemacht. Unter Schlagworten wie "Planetary Health" wird z. B. das Verhältnis von Gesundheit und globalen Umweltveränderungen untersucht und Potenziale für positive Veränderungen werden identifiziert. Daneben verpflichten sich auch immer mehr Arbeitgeber zur Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und bauen gesundheitsförderliche Strukturen auf. Im Gesundheitssektor bemühen sich z. B. mit Konzepten wie "Green Hospital" auch immer mehr Einrichtungen um eine Verkleinerung ihres ökologischen Fußabdrucks und setzen sich langfristig einen klimaneutralen Betrieb zum Ziel.

Das Zusammendenken von Nachhaltigkeit und Gesundheit führt vielfach zu Synergien bzw. Co-Benefits, ist mitunter jedoch nicht frei von Zielkonflikten und Spannungen. Für Hochschulen und Kliniken als (Aus-)Bildungseinrichtungen, als Forschungsstätten sowie als Betriebe und als Arbeitgeber stellt sich die Ausgangslage dabei auf vielfältige Weise herausfordernd dar. Einerseits bestehen für den Gesundheitssektor diverse, gleichzeitig zu bewältigende Anforderungen, z. B. Fachkräftemangel, Ambulantisierung, Digitalisierung oder eine künftige Krankenhausreform. Zudem kommen mit der Klimakrise zusätzliche Belastungen in Form von mehr Krankheitsfällen sowie neuen Krankheitsbildern auf das Gesundheitssystem zu. Andererseits trägt der Gesundheitssektor durch Ressourcenverbrauch und Treibhausgasemissionen selbst zur Erderwärmung bei und sieht sich mit Fragen der Nachhaltigkeit bspw. in Bezug auf Arbeitsbedingungen oder Unter-/Überversorgung von Patient*innen konfrontiert. Eine Transformation zu einem klimaneutralen Gesundheitssystem und zu gesünderen Arbeitsbedingungen bringt dabei oft zusätzlichen Nutzen mit sich: ein nachhaltigerer Lebensstil ist meist auch gesünder; Überversorgung abzubauen, spart viele Ressourcen; erneuerbare Energien verbessern z. B. die Luftqualität.

Das im Rahmen von Nucleus Jena organisierte "Sustainable Campus Café" widmet sich dem Themenkomplex von Nachhaltigkeit und Gesundheit am konkreten Beispiel des Campuslebens der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und des Universitätsklinikums Jena. In der Veranstaltung sollen Studierende sowie Mitarbeitende aus Wissenschaft, Verwaltung und Technik ihre jeweilige Expertise einbringen, um konkrete Veränderungs- und Verbesserungspotenziale an den drei Einrichtungen zu identifizieren und gemeinsam Lösungswege ausfindig zu machen. Mögliche Themenbereiche und Fragen können sein:

Betrieb: Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen
• In welchen Bereichen können Ressourcenverbräuche und Emissionen bilanziert werden?
• Welche Bereiche verbrauchen die meisten Ressourcen und an welchen Stellen lassen sich Einsparungen vornehmen, ohne Abstriche im Behandlungserfolg und der Hygiene zu machen? (z. B. durch die Umstellung von Einweg zu Mehrweg)
• Wie können Nachhaltigkeitskriterien sinnvoll in Beschaffungsrichtlinien und -routinen integriert werden? (z. B. bzgl. Langlebigkeit und Reparierbarkeit)
• Gibt es (weiteres) Potenzial zur gemeinsamen Gerätenutzung?

Lehre & Forschung: Hochschulen und Klinikum am Standort Jena
• Wo ergeben sich neue Forschungsfragestellungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Universitätsklinikum Jena, Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Friedrich-Schiller-Universität Jena?
• Können Ansätze wie z. B. „Planetary Health“ in geeigneter Weise die Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit zusammenbringen? Lassen sich entlang dieser oder ähnlicher Konzepte inter- und transdisziplinäre Lehr-Lernformate entwickeln?
• Welche aktuellen und künftigen Herausforderungen ergeben sich in der Ausbildung von Gesundheitsberufen?

Gesundheit als Nachhaltigkeitsdimension
• Wie kann das Arbeiten für alle Mitarbeitenden und Studierenden gesünder gestaltet werden?
• Welche Nachhaltigkeitsinitiativen dienen auch einem gesünderen Campusleben? Und umgekehrt: Welche Initiativen des Gesundheitsmanagements wirken auch auf nachhaltigere Hochschulen und ein nachhaltigeres Universitätsklinikum hin?
• An welchen Stellen bringt die Nachhaltigkeitstransformation gleichzeitig gesundheitliche Vorteile mit sich (Co-Benefits)?

Wandel gemeinsam gestalten
• Inwiefern ist der Zugang zu gesundheitsförderlichen Ressourcen an Hochschulen frei von struktureller Benachteiligung und Diskriminierung bzw. wie lassen sich diese abbauen?
• Wie kann "Health Literacy" bei allen Beschäftigten, Studierenden und Patient*innen gefördert werden?
• Welche Rolle können Gesundheitsberufe in der Nachhaltigkeitstransformation einnehmen?

Als betont offenes Format ist das Sustainable Campus Café selbstverständlich für weitere Fragen des Themenbereichs Nachhaltigkeit und Gesundheit offen. Die Veranstaltung soll als Begegnungs- und Vernetzungsraum dienen, aus dem heraus konkrete Projektideen entstehen, die dann in kleinen Teams weiterverfolgt werden. Besonders erwünscht ist die Verknüpfung mit möglichen Lehrprojekten, sodass Studierende das Engagement für ihre Hochschule bzw. das Klinikum mit konkreten Studienzielen verbinden können.

Projektbeschreibung

Das Projekt "Open Sustainable Campus Lab" stärkt die Rolle der Jenaer Hochschulen als Treiber nachhaltiger Entwicklung. Im Rahmen des Verbundvorhabens Nucleus JenaExterner Link soll das Projekt dabei unterstützen, die Campus der Universität Jena und Ernst-Abbe-Hochschule Jena zu Testräumen der "Großen Transformation" zur Nachhaltigkeit zu machen, in denen gesellschaftlich notwendige Lösungen zur Umsetzung der UN-Sustainable Development Goals (SDGs) gemeinsam entwickelt und pilothaft umgesetzt werden. Innovationen z.B. zur klimaschonenden (Campus-)Bewirtschaftung, zur nachhaltigen Mobilität und Ernährung oder zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch Kreislaufwirtschaft verwirklichen nicht nur den Anspruch der Hochschulen, als zentrale gesellschaftliche Akteure zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen – sie sind in allen gesellschaftlichen Bereichen gefragt. In diesem Projekt sollen daher durch den Transfer von Erkenntnissen der Nachhaltigkeitsforschung in den Bereich des Campusbetriebs Modelllösungen bzw. "Good Practices" erarbeitet werden, die sich sowohl auf andere Hochschulen übertragen lassen als auch in Unternehmen, kommunalen Verwaltungen oder öffentlichen Einrichtungen umsetzbar sind.

Information

Sie haben Ideen für nachhaltige Campusgestaltung? Sie wollen sich einbringen um die beiden Jenaer Hochschulen nachhaltiger zu gestalten? Sie suchen Gleichgesinnte zur Umsetzung Ihrer Projektidee? Kommen Sie gern auf uns zu!

Computerchip mit grünen Blättern
Ergebnisse Sustainable Campus Café
Schwerpunkt: Nachhaltigkeit & Digitalisierung
Dorothee Quade
vCard
Stoy´sches Haus/Institutsgebäude/Bienenhaus
Am Steiger 3
07743 Jena Google Maps – LageplanExterner Link